BKR schreibt Prokon-Geschädigte an

Beyer verschickt wieder Rundschreiben an geschädigte Kapitalanleger.

Diesmal sind die Anleger im Fall Prokon dran.

In dem mir vorliegenden Schreiben vom 3. August heißt es:

56.000 Prokon-Gläubiger bekommen Geld zurück!
Haben Sie schon Geld erhalten?

Und weiter:

Wenn Sie noch kein Geld erhalten haben, dann sollten Sie prüfen lassen, woran das liegt.

In der Vergangenheit haben BKR mit ähnlichen Formulierungen geworben. Wer darauf reinfiel, kriegte kurze Zeit später Rechnungen der Kanzlei für die „Vertretung im Insolvenzverfahren“. Oft doppelt und dreifach.

Die schockierten Mandanten beschweren sich dann. Und dann wechselt Beyer auch ganz schnell den Ton. Da klingt die Antwort dann so hier:

Oder so:

Oder so:

Oder so:

Philipp Wolfgang Beyer droht mit Honorarklage

Ich habe keine Ahnung, worauf es Beyer diesmal abgesehen hat. Aber es erscheint mir offensichtlich, dass er Geld braucht.

Wenn Sie geschädigter Anleger im Fall Prokon sind, dann können Sie sich mit allen Fragen zu Auszahlungen aus der Insolvenzmasse an den Insolvenzverwalter wenden. Das Gläubigerinformationssystem für Prokon-Geschädigte befindet sich hier, und die Nummer der Telefonhotline für Gläubiger finden Sie hier. Wenn Sie wissen wollen, wann Sie Geld bekommen, dann erfahren Sie das dort, und zwar aus erster Hand und ohne Kosten. Eine Anwaltskanzlei brauchen Sie dafür nicht.

Auffällig an Beyers Werbeschreiben:

Er sagt ganz offen, woher er die Adresse des Anlegers hat. Nämlich geklaut aus der Insolvenzakte.

ich habe Ihre Adresse in der Insolvenzakte der PROKON Regenerative Energien eG gefunden

Anlegerdaten aus öffentlichen Verzeichnissen einscannen, um sie dann für Werbezwecke zu verwenden? Das ist ein massiver Verstoß gegen Datenschutz- und Wettbewerbsrecht.

In dem Schreiben geht es dann weiter mit Kilians Beyers altem Hut:

Die BaFin sei schuld an der Insolvenz. Hätte die BaFin ordentlich aufgepasst, dann wäre die Prokon nie in Insolvenz gefallen. Also sei die BaFin auch rechtlich verantwortlich und müsse den Schaden ersetzen.

Mit derselben Argumentation hatte Beyers Kanzlei bereits für über 3.000 Mandanten Auskunftsansprüche geltend gemacht, gerichtet auf Staatshaftung von der BaFin. Diese Fälle gehen teils zurück bis 2012. Nicht ein einziger dieser Mandanten hat bis heute auch nur einen Cent an Staatshaftungsgeld erhalten. Was diese Mandanten erhalten haben ist einzig und allein eine Honorarrechnung nach der andere von Beyer.

Sehr lesenswert auch ist Beyers Verständnis davon, warum die Staatsanwaltschaft gegen ihn ermittelt. Er sieht sich als das Opfer einer Verschwörung.

So schreibt Beyer in dem aktuellen Werbeschreiben:

Das ist bereits inhaltlich Blödsinn:

TILP Rechtsanwälte hatten im 2008 versucht, Anlegern Geld von der BaFin zurück zu holen. Und sie sind damit gescheitert (LG Berlin, Urt. v. 11.2.2009, Az. 23 O 44/08).

Auch haben TILP Rechtsanwälte, soweit ich es sehe, ihren Mandanten danach auch keine Hoffnungen mehr auf Staatshaftungsansprüche gemacht.

PWB / BKR aber haben genau das getan, unter anderem im Jahr 2014/2015. Und da hieß es nicht, „dass Staatshaftungsansprüche  bei einem Versagen der BaFin für Anleger in Betracht kommen“ könnten.

Nein, sondern da hieß es reißerisch:

Er hat gegenüber Anlegern so getan, als ob Staatshaftungsansprüche praktisch sicher wären. Obwohl er genau wusste, dass in der Geschichte der Bundesrepublik Deutschland kein einziger Anleger jemals Staatshaftungsansprüche gegen die BaFin zugesprochen bekommen hat.

Und nicht nur das. Sondern er hat die Anleger auch zunächst unter dem Deckmantel scheinbarer Verbraucherschutzvereine angeschrieben, die er in Wahrheit selbst hatte gründen lassen. Die Mandanten sollten Vertrauen fassen und nichts Böses ahnen…

Beyer hat also einfach gelogen und getäuscht, damit die Leute bei ihm unterschreiben. Deswegen ermittelt die Staatsanwaltschaft gegen ihn wegen Betrugs.

Ich bin mir sicher, dass Beyer seine Opfergeschichte selber glaubt. Er, der fromme Buddhist, der den geschädigten Anlegern helfen wollte, und der jetzt von der übermächtigen BaFin zerstört werden soll.

Die Art, wie Beyer mit den Mandanten umgeht, wenn sie erstmal bei ihm unterschrieben haben, die spricht freilich eine ganz andere Sprache.

Wenn Sie von BKR in Sachen Prokon angeschrieben worden sind, oder gar ein Mandat erteilt haben, würde ich mich freuen, wenn Sie mir Ihre Unterlagen zusenden. Ich habe Strafanzeigen gegen mehrere BKR-Anwälte laufen, und bin deshalb interessiert an sämtlichem Material in der Sache.

 

Veröffentlicht am Kategorien Prokon